Folgen der Altersarmut

Die Folgen der Altersarmut in Deutschland

Jährlich steigt die Anzahl der Rentner, die auf soziale Leistungen angewiesen sind. Fast jeder fünfte über 65 ist bereits davon betroffen. Der starke Anstieg fordert ein rasches Handeln der Politik.

Die Ergebnisse verschiedener Onlineumfragen sind besorgniserregend. Jeder zweite der Befragten hat Angst vor Altersarmut. Der Anstieg der Rentner in Altersarmut ist zunehmend erkennbar. Viele versuchen sich mit dem Sammeln von Pfandflaschen über die Runden zu halten, hierfür wühlen Sie sich durch die Mülltonnen der Stadt. Längst nicht alle Rentner lassen sich durch soziale Leistungen helfen, gehemmt durch die Scham trotz jahrelanger Arbeit auf soziale Leistungen angewiesen zu sein.

Altersarmut Definition – Ab wann Altersarmut anfängt

Altersarmut wird durch das mittlere Einkommen, auch nationales Medianeinkommen genannt, bestimmt. Hierbei unterscheidet man zwischen den Begriffen Armutsgefährdet und Arm.

Armutsgefährdet ist, wer bis zu 60 % des nationalen Medianeinkommens erhält.
Im Jahr 2019 lag dieser Wert bei gerade mal 1.074 Euro netto monatlich für einen Alleinstehenden und 2.256 Euro netto bei einem Zwei-Personenhaushalt.

Als Arm gilt, wer maximal 40 % des mittleren Einkommens erhält.
Im Jahr 2019 lag dieser Wert bei 714 Euro netto für einen Alleinstehenden und 1.504 Euro netto bei einem 2-Personenhaushalt.

Altersarmut trotz Arbeit

Das die Arbeit vor der Gefahr der Altersarmut schützt ist ein Irrglauben. Trotz jahrelanger Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung reicht die Altersrente bei vielen Versicherten lange nicht mehr aus. Gerade systemrelevante Berufe, wie Pflegekräfte oder Krankenwestern, sind durch die niedrigen Löhne besonders hart betroffen. „Es ist eine Schande, trotz 45 Jahren Beiträge auf Unterstützung angewiesen zu sein“ berichtet ein Rentner.

Gesetzliche Rentenversicherung und Altersarmut

Schwere Zeiten für die umlagefinanzierte gesetzliche Rentenversicherung. Durch den demografischen Wandel verändert sich auch das Verhältnis von Beitragseinnahmen und Rentenauszahlungen. Das bedeutet immer weniger versicherte Beitragszahler der gesetzlichen Rentenversicherung müssen zunehmend mehr Rentner finanzieren.  Während Geburtenraten zurückgehen, steigt die Lebenserwartung der Menschen an, was zu einer längeren Auszahlung der Renten führt. Im Jahr 2019 lag das Rentenniveau nur noch bei 47,5 % netto vor Steuern. Mit einer weiteren Reduzierung ist zu rechnen.

Beitragserhöhungen und längeres Arbeiten als Antwort

Die Alterung der Gesellschaft erhöht den Druck auf unser gesetzliches Vorsorgesystem massiv. Experten gehen davon aus, dass eine Erhöhung des Renteneintrittsalters, und höhere Beiträge nötig sind, um die Finanzierung des Rentensystems aufrechtzuerhalten.

Es fehlen weitsichtige Reformen

Ob allein die Anpassung der Beiträge und die Erhöhung der Regelaltersgrenze zielführend ist, bleibt dahingestellt. Es scheint, als ob es der Politik an Weitsichtigkeit fehlt, unser Rentensystem nachhaltig zu modernisieren. Ob eine umlagefinanzierte Rente in Zukunft weiter bestehen kann, ist stark davon abhängig wie sich unsere Gesellschaft über die Jahre entwickeln wird.

Altersarmut Prognose und Entwicklung

Laut Statista lag die Armutsgefährdungsquote im Jahr 2009 noch bei 14,6 %. Bis 2019 stieg dieser Wert auf 15,9 %. Laut Prognosen müssen wir mit einer Erhöhung bis 2036 auf 20,2 % rechnen.

Was wir gegen Altersarmut tun können

Wer sich gegen die Altersarmut schützen möchte, sollte privat vorsorgen. Wichtig ist es sich mit dem Thema frühzeitig auseinanderzusetzen. Wer zögert, verliert wertvolle Jahre, die ihm zum Aufbau eines privaten Vorsorgeplans fehlen könnten. Zinseszinsen sind ein wichtiger Bestandteil für eine nachhaltige Altersversorgung und entlasten Sparer, die rechtzeitig vorsorgen. Dabei gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, die für eine weitere Einnahme im Alter sorgen können.

Private Altersvorsorge gegen Altersarmut

Mit einer Rentenversicherung können Sie sich gegen die finanziellen Folgen einer Altersarmut absichern. Von der klassisch kapitalgedeckten Rentenversicherung, bis hin zu einer fondsgebundenen Rentenversicherung gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten und Tarife. Hierbei schneiden die Vorsorgearten und Tarife der Gesellschaften unterschiedlich gut ab. Eine qualitative Beratung durch einen unabhängigen Vorsorgeexperten kann Aufschluss geben.

Die vermietete Immobilie gegen Altersarmut

Der Wunsch eines Eigenheims ist immer noch weit verbreitet. Aber auch die vermietete Immobilie kann einen Teil der Altersversorgung abdecken. Ein großer Unterschied zur Vorsorge durch eine Rentenversicherung ist, dass eine Immobilienfinanzierung größtenteils über die Mieteinnahmen und steuerlichen Vergünstigungen finanziert wird. Bei der Planung ist es jedoch wichtig, genug Rücklagen für Modernisierungsmaßnahmen einzuplanen, um eine spätere Kostenfalle zu vermeiden.

Unabhängige Vorsorgeberatung gegen Altersarmut

Die richtigen Vorsorgebausteine für die eigene finanzielle Situation zu finden ist nicht einfach. Rentenvorsorge ist ein individuelles Thema, was abhängig von der eigenen finanziellen Situation und den persönlichen Wünschen ist. Eine unabhängige Vorsorgeberatung durch einen Experten kann hier Klarheit schaffen.

Fazit Altersarmut

Das Thema Altersarmut wird uns auch die nächsten Jahre begleiten. Wer sich davor schützen möchte, muss privat vorsorgen. Kurzfristig wird sich hier nichts ändern. Langfristig wird sich zeigen, wie viel Weitsicht unsere Politik in der Bekämpfung der Altersarmut hat.