Aktuelles und Informationen zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Die meisten Menschen sind finanziell auf Ihr monatliches Einkommen angewiesen. Doch was, wenn du deine Arbeit nicht mehr ausführen kannst? Mit der richtigen und passenden Absicherung kannst du dich finanziell absichern.

Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Deine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt dir eine monatliche Rente aus, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich auf Dauer infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall ganz oder teilweise nicht mehr ausüben kannst. Die gesetzliche Grundlage bildet hier der Gesetzgeber unter § 172 VVG.

Ob die Berufsunfähigkeit durch eine Erkrankung, oder einen Unfall verursacht wurde, spielt hier keine Rolle. Vielmehr ist entscheidend in welchem Umfang die berufliche Tätigkeit eingeschränkt ist. Üblicherweise zahlen die meisten Tarife ihre vertraglich vereinbarte Leistung, wenn festgestellt wird, dass die zuletzt ausgeübte Tätigkeit zu mindestes 50% dauerhaft nicht mehr ausgeübt werden kann.

Wie ist die 50%-Regelung einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu verstehen?

Grundlage der Leistungsprüfung einer Berufsunfähigkeit ist hier der vorangegangene Arbeitsablauf deiner Tätigkeit. Hier wird konkret geprüft, welche Tätigkeit in welchem Umfang ausgeübt worden sind. Wenn ein Arbeitnehmer z.B. als kaufmännischer Angestellter je Woche durchschnittlich 50% seiner Arbeitszeit damit verbracht hat, Akten zu ordnen und zu digitalisieren, und dies auf Grund seiner Konzentrationsschwäche dauerhaft nicht mehr möglich ist, alle anderen Arbeitsabläufe allerdings durchgeführt werden könnten, liegt trotzdem eine 50% Berufsunfähigkeit vor, wodurch der Versicherer die Leistung auszahlt.

Kann ich trotz der 50%-Regelung danach noch arbeiten?

Ja, das ist möglich. Und theoretisch kannst du, wenn du als berufsunfähig eingestuft wurdest, sogar mehr als 50 % arbeiten – allerdings nur in deinem versicherten Beruf.

Wer benötigt eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Grundsätzlich ist eine Berufsunfähigkeitsabsicherung für jede Person sinnvoll, die regelmäßige Einnahmen durch Ihre berufliche selbstständige, oder unselbstständige Tätigkeit erwirtschaftet. Hierzu zählen insbesondere Angestellte, Arbeiter, Selbstständige und Freiberufler. Auch für Beamte oder Berufssoldaten ist eine Absicherung der Arbeitskraft sinnvoll, sollte allerdings mit einer Dienstunfähigkeitsklausel ergänzt sein.

Warum ist eine Berufsunfähigkeitsabsicherung sinnvoll?

Da die gesetzliche Versorgung der gesetzlichen Rentenversicherung bei vollständiger oder teilweiser Erwerbsminderung nur eine minimale Absicherung bietet, ist es wichtig den darüber gehenden Bedarf finanziell absichern. Um deinen aktuellen Lebensstandard zu halten, solltest du die Differenz zwischen deinem Nettoeinkommen, und deinem Anspruch der Erwerbsminderungsrente absichern.

Keine Berufsunfähigkeitsabsicherung durch die GRV

Seit 2001 gibt es für alle, die nach dem 01.01.1961 geboren sind, keine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente mehr von der gesetzlichen Rentenversicherung. Diese wurde durch die Erwerbsminderungsrente ersetzt. Der Anspruch besteht für Versicherte in der gesetzlichen Rentenversicherung, die mindestens bereits 60 Monate versichert sind, und in den letzten 5 Jahren müssen insgesamt 3 Jahre Pflichtbeiträge in die GRV gezahlt worden sein. Der generelle Unterschied zur vorherigen Berufsunfähigkeitsabsicherung besteht darin, dass nicht die Arbeitsfähigkeit des zuletzt ausgeübten Berufes geprüft wird, sondern die generelle Arbeitsfähigkeit, ohne Berücksichtigung der beruflichen Qualifikation, Laufbahn oder Stellung.

Höhe der gesetzlichen Absicherung bei Erwerbsunfähigkeit

Hier ist zu unterscheiden, ob eine volle Erwerbsminderung, oder eine teilweise Erwerbsminderung vorliegt. Als Faustformel gilt:

  1. 1/3 deines vorherigen Bruttoeinkommens bei voller Erwerbsminderung
  2. 1/6 deines vorherigen Bruttoeinkommens bei halber Erwerbsminderung

Wann bekomme ich eine volle/halbe Erwerbsminderungsrente

Bei einer generellen Arbeitsfähigkeit von weniger als drei Stunden pro Tag, gibt es die volle Erwerbsminderungsrente. Wer weniger als 6 Stunden, aber mindestens 3 Stunden, dauerhaft arbeitsfähig ist, bekommt die halbe Erwerbsminderungsrente. Die Bewilligung der Rente erfolgt grundsätzlich befristet, und muss in Regelmäßigen Abständen neu beantragt werden.

Worauf ist beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung besonders zu achten?

Bei der Wahl einer geeigneten Berufsunfähigkeitsversicherung solltest du insbesondere darauf achten, dass der Versicherer der Berufsunfähigkeitsversicherung keine übermäßig strengen Kriterien zur Auszahlung der Rente bzw. der Einmalzahlung anlegt. Die Berufsunfähigkeitsversicherung steht dir in vielen verschiedenen Tarifen zur Auswahl. Triff die Wahl des Versicherers deshalb mit Bedacht. Zu den wichtigsten vertraglichen Grundlagen einer Berufsunfähigkeitsversicherung gehören folgende Punkte:

  • Verzicht auf eine abstrakte Verweisung

    Laut Gesetz (§ 172 (3) VVG) hat der Versicherer die Möglichkeit dich bei bestehender Berufsunfähigkeit auf einen anderen Beruf zu verweisen, der zu deiner Ausbildung und Fähigkeit passt und deiner bisherigen Lebensstellung entspricht. Deshalb solltest du besonders darauf achten, dass der Versicherer in seinem Tarif darauf verzichtet.

  • Nachversicherungsgarantien ohne erneute Gesundheitsprüfung

    In den meisten Tarifen bekommt man bei bestimmten Lebensereignissen die Möglichkeiten den Versicherungsschutz ohne erneute Gesundheitsprüfung in einem gewissen Umfang zu erhöhen. Damit du also bei einer Änderung deines Bedarfs, z.B. einer Gehaltserhöhung, oder der Geburt eines Kindes, auf der sicheren Seite bist, sollten dir hier genügend Optionen zur Erhöhung ohne Gesundheitsfragen zur Verfügung stehen. Achte auch auf die vertraglichen Fristen, um die Erhöhung rechtzeitig zu beantragen.

  • Meldepflicht bei gesundheitlicher Verbesserung oder Wiederaufnahme einer Tätigkeit

    In vielen Tarifen wird auf eine Meldung bei einer gesundheitlichen Verbesserung, oder der Wiederaufnahme einer Tätigkeit verzichtet. Dies ist von Vorteil um eine mögliche Meldepflichtsverletzung auszuschließen. Achte aber darauf, dass der Versicherer dich bei Aufnahme einer Tätigkeit konkret Verweisen kann. Dies wäre dann der Fall wenn du einer Tätigkeit nachgehst die deiner Ausbildung und Fähigkeiten entsprechen und dein Lebensstandard wie vor der Berufsunfähigkeit entspricht.

  • Rechnungsgrundlage der Beitrags- und Leistungsdynamik

    Die Rechnungsgrundlage bei Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist das Einstiegsalter der versicherten Person. Sofern du eine Beitrags- und Leistungsdynamik vereinbart hast, hat der Versicherer die Möglichkeit die nachträglichen Erhöhungen unter Rechnungsgrundlage zum Zeitpunkt des Abschlusses zu berechnen, oder er nimmt die Rechnungsgrundlage zum Zeitpunkt der Erhöhung, was in den meisten Fällen auf Grund des dann höheren Alters eine verhältnismäßig höhere Prämie der Erhöhung zur folge hat.